Nur knapp ist der SV Dörfleins am Sonntagabend an der ersten Überraschung der Saison 2026/2027 vorbei gerauscht. Im Pokalspiel gegen den Bezirksligisten vom SC Kemmern musste man sich erst im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Einen insgesamt tollen ersten Pflichtspielauftritt legte die erste Mannschaft des SV Dörfleins am Sonntagabend vor über 250 Zuschauern in der ersten Runde des Kreispokals hin. Mit dem SC Kemmern war ein höherklassiger Gegner zu Gast, der entsprechend auch als Favorit in die Begegnung ging. Von dieser Favoritenrolle war anfangs allerdings nicht viel zu sehen, denn der SVD hielt mit gutem Timing und entschiedener Klarheit in den eigenen Aktionen stabil dagegen und konnte sich nach einer Viertelstunde sogar ein erstes Chancenplus erarbeiten. Es dauerte bis zur 19. Spielminute, ehe sich auch die Kemmerner so richtig in der Partie anmeldeten. Nicolas Görtler setzte dabei einen Heber aus rund 20 Metern an die Oberkante der Latte – Tim Merklinger war im Tor der Gastgeber bereits geschlagen. Weiter ging es mit einem Distanzschuss in Minute 31, der den Dörfleinser Schlussmann jedoch vor keine großen Probleme stellte. Insgesamt wurde der SCK mit der Zeit besser, wenngleich bis zur Pause keine Tore fallen sollten.

Dieser Umstand änderte sich im zweiten Spielabschnitt schnell. In der 51. Spielminute war Yannick Görl auf Seiten der Gäste perfekt eingelaufen, um eine Flanke von links zu verarbeiten und auf 0:1 für Kemmern zu stellen. Auf der anderen Seite schüttelten die Gastgeber den Gegenschlag souverän ab und erarbeiteten sich selbst weitere, teils sehr gute, Möglichkeiten – wie die in der 60. Minute, als Pascal Seidelmann nach Querpass von Max Dießl alleine aufs Tor zusprintete. Etwas zu verspielt ließ er die Topchance am gegnerischen Sechzehnmeterraum aus, dem Abschluss fehlte es letzten Endes an Präzision und Power. Trotzdem war klar, dass sich der SVD in diesem Spiel noch lange nicht aufgegeben hatte. Eine Viertelstunde war noch auf der Uhr, als sich der SC Kemmern wieder vermehrt vor dem Dörfleinser Tor zeigte. Tim Merklinger überzeugte mit mehreren Paraden – im Verbund mit seinen Vorderleuten gelang es ihm, einen zweiten Gegentreffer abzuwehren. Und so war zehn Minuten vor dem regulären Ende die Bahn frei für Nico Bayer, um den Ausgleich für den Sportverein zu erzielen. In der gegnerischen Hälfte setzte er seinen Gegenspieler unter Druck, geriet an den Ball und stocherte ihn im Anschluss unter Bedrängnis aus rund 13 Metern Torentfernung über die Linie. Es war ein Treffer, der den großen erbrachten Aufwand der Seidelmann-Elf an diesem Abend bildlich zeigte. Ein Tor des Willens, das letztlich für das 1:1 nach neunzig Minuten sorgte.

Im nun folgenden Elfmeterschießen ging es teils drunter und drüber. Kemmern zeigte sich insgesamt sehr souverän vom Punkt und verwandelte alle fünf Strafstöße, von denen einer sogar nochmal wiederholt wurde. Auf Dörfleinser Seite vergab Max Dießl gleich zweimal, doch auch er hatte Glück, dass die Unparteiischen immer wieder ein Vergehen des Torhüters ahndeten. Im dritten Anlauf verwandelte auch er. Den Unterschied machte letztlich der vergebene Elfer von Dennis Nguyen aus, sodass Kemmern die Partie mit 3:5 im Elfmeterschießen zog. Für Dörfleins bleibt nach diesem Spiel trotzdem viel hängen, denn mit dieser energischen Art Fußball zu spielen, braucht man sich vor keinem Gegner in der Kreisliga zu verstecken.