In einem Herzschlagfinale hat die zweite Mannschaft des SV Dörfleins ein weiteres Jahr Kreisklasse festgemacht. Am Ende reichte ein Punkt gegen den TSV Staffelbach – gerade so.

Bereits vor dem Anpfiff des letzten Spiels war klar, dass dem SVD2 ein Remis zum Verbleib in der Liga genügen würde. Natürlich wollte die Elf von Toni Nürnberger aber mehr, schließlich könnte bei einem knappen Ergebnis ja immer noch irgendetwas Unvorhersehbares passieren. Passiert ist vor allem auf den Parallelplätzen viel. Dörfleins blickte mit einem Auge noch auf den RSC Oberhaid und auf den TSV Ebensfeld 2, die bei eigenen Siegen und einer gleichzeitigen Dörfleinser Niederlage selbst noch über den direkten Klassenerhalt hätten jubeln dürfen.
 
Mit einem 17-Mann-Kader startete die Elf von Toni Nürnberger in das letzte Saisonspiel, Pascal Rückel aus der Jugend und der Neu-Trainer der ersten Mannschaft – Jochen Kutzelmann – gaben ihr Debüt. Ungewöhnlich viele Optionen zum Wechseln hatte Dörfleins demnach, war man doch in den Wochen zuvor aufgrund hoher personeller Probleme schon mit ein-zwei Auswechselspielern sehr zufrieden. Die erste Wechselmöglichkeit mussten die Nürnberger-Jungs dann bereits nutzen, bevor das Spiel so richtig angefangen hatte. Schon in der vierten Spielminute zwickte es Ferdinand Eder am Oberschenkel – er konnte trotz einer beherzten Massageeinheit von Jan Dressel nicht weiter machen, was ihn sichtbar ärgerte. Christian Linster übernahm seinen Posten in der Defensivreihe.
 
Spielerisch entwickelte sich nun eine Partie auf Augenhöhe, bei der keine der beiden Mannschaften einen Fehler machen wollte. Auch der TSV Staffelbach hielt sich zunächst zurück, trotz des bereits feststehenden Klassenerhalts. Nach rund zehn Minuten musste Dörfleins dann allerdings die erste kleinere Drangphase der Gäste überstehen, was durch einen souveränen Matthias Franzen und eine meist gut gestaffelte Hintermannschaft aber ganz gut gelang. In der 13. Minute folgte die erste offensive Szene der Gastgeber. Nach einem langen Ball in die Spitze, legte Newcomer Pascal Rückel auf den links neben dran heraneilenden Alexej Maier ab, der den Ball kurzerhand zum 20. Mal in dieser Saison im Tor unterbringen konnte. Dörfleins führte, das gab zunächst etwas Sicherheit. Nach wie vor hatte die Viktoria jedoch einen kleinen Tick mehr vom Spiel, allerdings lag der Ausgleich auch nicht so wirklich in der Luft. Viel mehr spielte sich fast das gesamte Spielgeschehen im Mittelfeld ab. Ein Freistoß war es dann in der 40. Minute, der alles wieder egalisierte. Nachdem Matthias Franzen den direkten Standardversuch noch stark parierte, stand Jürgen Postler mit dem Oberkörper genau richtig, um künstlerisch sehr ansehnlich zum Ausgleich einzu…brüsteln? Wie auch immer – mit einem 1:1 ging es nun in die Pause.
 
Beide Mannschaften starteten auch in den zweiten Abschnitt recht fokussiert und konzentriert. Nur selten gelang es den Offensivspielern beider Kader, mal in einen freien Raum zu starten und sich so eine vielversprechende Szene zu erspielen. Solch ein Moment war dann aber in der 56. Minute gekommen, als erneut Alexej Maier seine Chance über die linke Seite witterte. Völlig vereinsamt erhielt er dort auf Höhe des Sechzehnmeterraumes den Ball, um ein-zwei Schritte zu gehen und letztlich zur erneuten SVD-Führung zu treffen. Wieder aber sollte der TSV zurückschlagen, diesmal sogar noch deutlich schneller, als beim ersten Mal. Exakt eine Stunde war vorüber, da nutzten die Gäste eine Schläfrigkeit der Dörfleinser Defensive eiskalt aus – erneut nach einem Freistoß. Der SVD, der bei einem zweiten Ball zu spät rausrückte, musste zusehen, wie Marco Linz platziert zum 2:2 einschieben konnte. Nun stand aus grünweißer Sicht eine spannende Schlussphase bevor. Zwar kam Dörfleins durch Jochen Kutzelmann, Pascal Rückel und Alexej Maier noch einmal vor das Staffelbacher Tor, jedoch stand in diesem ein souveräner Leon Zippel, der alles entschärfte, was es zu entschärfen galt. Zugegeben, häufig fehlte dem SVD im Abschluss die letzte Genauigkeit oder Härte. Der TSV versuchte in der Schlussphase nicht mehr ganz so feurig, auf das dritte Tor zu gehen, wie das beispielsweise in der ersten Hälfte noch gewesen war. Und so tickte die Zeit langsam herunter. Dörfleins wechselte noch zweimal, um noch ein paar Sekunden vergehen zu lassen und durfte sich nach rund 91 Minuten dann freuen: Es war geschafft, der Klassenerhalt war perfekt.
 
Wie wichtig der Punkt schlussendlich war, zeigte sich wenige Minuten nach Abpfiff, als die Endergebnisse von den Parallelspielen auf den Smartphones erschienen. Sowohl der RSC Oberhaid als auch der TSV Ebensfeld hatten ihre letzten Ligaspiele gewonnen, sodass dem SV Dörfleins tatsächlich nur ein Pünktchen zum Ligaverbleib verhalf. Sichtlich erleichtert wurde anschließend Party gemacht und das eine oder andere Erfrischungsgetränk angezapft. Feiern durfte man selbstredend zurecht – Dörfleins 2 bleibt Kreisklassist!